Vita

Seit seiner Gründung begeistert Consort of five mit zahlreichen Konzerten auf internationalen Festivals, in kleinen Kirchen und alten Schlössern sein Publikum. Die Blockflötistinnen haben an den führenden Hochschulen für Alte Musik in Basel, Bremen, Köln, Frankfurt, Zürich und Paris studiert und sich auf die Erforschung und Interpretation dieser Musikrichtung spezialisiert. Sie erhielten wichtige Impulse von weltweit renommierten Professoren wie Han Tol, Kees Boeke und Michael Schneider. Konzertreisen führten das Ensemble u.a. nach Estland, in den Libanon und in die Schweiz. Die Musikerinnen wirkten außerdem mit an mehreren Produktionen u.a. für Radio Bremen und den Bayerischen Rundfunk. Im Jahr 2009 erschien die CD "Voices", die u.a. im Sender WDR 3 vorgestellt wurde.

 

Consort of five spielt auf Renaissance-Consort-Flöten von Martin Praetorius.

 

Die Musikerinnen plaudern im gegenseitigen Interview aus dem Nähkästchen:

Warum Blockflöte und nicht Cello?
Jedermann, der mich am Cello gehört hat wüsste, warum...
Spaß beseite: Ich liebe die Klangfarben der Blockflöten, ihre Vielseitigkeit, den "Mikrokosmos" an Möglichkeiten. Ich bin viel eher Bläserin als Streicherin. Musik ist für mich natürlicherweise mit Atem verbunden (das gilt auch für die Tastenspielerin Eva Kuen). Die Blockflöte ist ein -im positiven Sinne- ursprüngliches, einfaches, unmittelbares und gleichzeitig gerade dadurch manchmal sehr kompliziert zu spielendes Instrument, das einen immer wieder herausfordert. So entsteht für mich eine Art "kollegialer Zusammenarbeit" und eine Auseinandersetzung mit meinem Instrument, die nie zur Routine wird. Ein Musikstück muss jedes mal wieder neu gestaltet werden.

Wann wusstest Du, dass Du Blockflötistin werden möchtest?
Ich denke, es gab einen ausschlaggebenden Moment: Im Alter von 14 bin ich durch einen Zufall als Hörerin in einen Blockflöten-Meisterkurs mit professionellen Spielern und Studenten geraten. Da tat sich eine neue, aufregende Welt auf. Ich habe zwar inhaltlich damals kaum etwas verstanden, war aber völlig fasziniert. Nach dem Kurs habe ich mich zwei Wochen nicht getraut, meine Instrumente anzufassen, aber dann hat die Neugier doch gesiegt und mich nie wieder losgelassen. Im Nachhinein denke ich, dass in diesem Moment die Weichen für meine Berufswahl gestellt wurden. Alles andere als mich in vollem Umfang mit meinem Instrument beschäftigen zu können, wäre eine Enttäuschung für mich gewesen.

Welcher Lehrer oder Musiker hat Dich am meisten geprägt?
Es gibt nicht unbedingt einen bestimmten. Deshalb möchte ich an dieser Stelle nicht so viele Namen nennen. Meine Lehrer, die mich vor dem Studium unterrichtet haben, haben ganz wichtige Weichen gestellt. Natürlich auch meine Eltern, die mir die komplette Ausbildung überhaupt erst ermöglicht und sie in einem gesunden Maß begleitet haben.
Ganz wichtig waren für mich meine beiden Blockflöten-Professoren, Han Tol und Kees Boeke, die sich für mich als Lehrer in wunderbarer Weise ergänzt haben. Von Han habe ich gelernt, mein Instrument und die entsprechende Musik zu lieben, wunderschöne Klänge herauszuholen und alles damit ausdrücken zu können. Kees hat dann den Blick etwas auf "das große Ganze" der Musik und ihrer Strukturen gelenkt. Ich habe jede Minute des Unterrichts bei beiden genossen und schätze mich glücklich, dass ich von zwei so fantastischen Musikern lernen durfte.
Dann waren da natürlich die Kollegen, von denen ich in der Zusammenarbeit ganz viel gelernt habe. Und nicht zuletzt während der ganzen Zeit in der ich Musik mache, zahlreiche großartige Musiker aus unterschiedlichsten Richtungen, die ich persönlich oder auf Tonträgern hören durfte.

Was ist dein Lieblingsmoment an einem Probenwochenende?
Da ich das große Glück habe, mit lauter Leuten zusammen zu arbeiten, die ich sehr schätze, gibt es natürlich ganz viele schöne menschliche und musikalische Momente. Etwas kitschig ausgedrückt würde ich sagen: So richtig geht mir das Herz auf, wenn ein Stück nach intensiver Arbeit plötzlich zu leben beginnt, man sich richtig in der Musik verlieren kann.

Gibt es ein Konzert, dass dir besonders in Erinnerung geblieben ist und warum?
Ich muss jetzt noch lachen, wenn ich an unsere Reise zu einem Konzert in einem mecklenburgischen Dorf denke: Zwei "Eingeborene" haben uns schmunzelnd den Weg gewiesen, nachdem wir in einer Sackgasse vor einem Mähdrescher landeten. Die Straßen wurden immer schlechter und enger. Die letzten Kilometer fuhren bzw. hoppelten wir über Wurzeln zwischen den Bäumen hindurch in einen dunklen Wald, haben sehr an unserem Orientierungssinn und dem Humor der Mecklenburger gezweifelt und uns halb tot gelacht. Es hätte wohl auch eine geteerte Straße gegeben, aber wir haben die Kirche gefunden, in der wir auftreten sollten und uns gefühlt wie nach einer Safari!

Welche Stimme/Flöte spielst du am liebsten?
Alle. Ja, ehrlich! Ich spiele gerne Oberstimme, also meist Sopran oder g-Alt, weil ich kleine Flöten mit ihrem zarten Schmelz und den kleinen Proportionen mag. Oberstimme bedeutet oft Melodie und Führungsarbeit. Als Continuospielerin habe ich natürlich gerne auch die Baßstime, die das Fundament bildet und alles zusammen hält. Echtes "Consort-Gefühl" bieten vor allem die Mittelstimmen. Hier muss man die richtige Balance finden, sich einordnen in das gesamte Gewebe des Consorts und manchmal auch für einen Moment daraus hervortreten. Möglicherweise entspricht letzteres sogar am meisten meinem Wesen???

Cof probt das neue Programm "Das Leben und die Liebe" mit dem Schauspieler Thomas Grünberg - erste Aufführung in Köln am 10. November

Lesen Sie eine Besprechung unserer CD in der Zeitschrift "TIBIA"

Lesen Sie einen Bericht über unsere Libanon-Reise in der Zeitschrift "Windkanal" - Das Forum für die Blockflöte

CD "VOICES" erhältlich unter www.amazon.de und über das Kontaktformular

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